24. Oktober 2012

Hohe Zuwanderung = SVP wählen?

Wir schreiben das Jahr 1963. Erich Gruner (1915-2001), Professor für Sozialgeschichte und Politologie an der Universität Bern führt an der eidgenössischen Wahlen erstmals eine sozialwissenschaftliche Untersuchung des Wahlverhaltens durch. Um zu einem für das ganz Land gültigem Bild zu gelangen, führte er seine Befragungen im Kanton Aargau durch. So hiess es jahrzehntelang: Wie der Aargau stimmt und wählt, so stimmt und wählt die Schweiz. So ganz nebenbei bemerkt, der wohl aktuell bekannteste Politikwissenschaftler der Schweiz, Claude Longchamp - genau der, der am TV immer eine Fliege trägt - war Assistent von Erich Grunner.

Ja, am letzten Sonntag (21.10.2012) waren im Kanton Aargau Grossrats- und Regierungsratswahlen. Der Grosse Rat ist in anderen Kantonen gleichbedeutend dem Kantonsparlament. Für meine Leser aus Deutschland wäre es das (Bundes)Landesparlament. Die Resultate der Wahlen können sie in Ruhe hier nachlesen.
Im Vorfeld wurden der Schweizerischen Volks Partei (SVP) Verluste von bis zu 3 Prozent vorausgesagt. Selbst der SonntagsBlick titelte am Wahlsonntag auf der Frontseite: "Oje, SVP- nochmals 3%weg!"
Nun, es kam alles alles Anders, als prognostiziert. Von Aussen Besehen sind die Verschiebungen im Grossen Rat klein. Beim genaueren Hinsehen haben sich die Kräfteverhältnisse nochmals gegen Rechts verschoben. Die mit grossem Abstand wählerstärkste SVP hat allen Umfragen zu Trotz ihre volle Stärke behalten, ja sogar leicht zugelegt. 45 Sitze von 140 gehören der SVP.

Nun aber zur Frage, warum immer wieder SVP? Warum ist die SVP im Aargau seit dem rasanten Aufstieg im Jahr 1997 (immer noch) so stark? Nicht nur bei kantonalen Wahlen, nein auch bei nationalen Wahlen, wählt das Aargauer Volk nach den Parolen der SVP. Ein paar Stichworte reichen vielleicht zur Antwort. Ländliche Struktur, keine grosse Stadt. Fast 100'00 Tausend Pendler, sogenannte Schlafstädte. Grosse Heimatverbundenheit. Überdurchschnittliche Zuwanderung.

Überdurchschnittliche Zuwanderung. Ist das wirklich einer der Gründe? Wenn ich jeweils ein Blick auf das Wahlergebnis meiner Wohnortgemeinde Spreitenbach lege, kommen Zweifel auf. Immer wieder, ob bei Kantonalen oder Eidgenössischen Wahlen, stimmt die Bevölkerung Spreitenbachs mehrheitlich SVP-treu. So auch bei der vergangenen Gross Rats Wahlen. Die SVP-Liste wurde - allerdings bei einer sehr tiefen Wahlbeteiligung - mit Abstand am Meisten in die Urne gelegt. Zwar hat der der ehemalige Gemeindepräsident Josef Büttler (FDP) - wurde durch seinen Rücktritt national bekannt - am meisten Kandidatenstimmen geholt und wurde schliesslich auch in den Grossen Rat gewählt.

Doch nochmals, ist wirklich überdurchschnittliche Zuwanderung einen Grund dafür? Ich behaupte mit Blick auf Spreitenbach Nein. Spreitenbach hat knapp 11'000 Einwohner, je zur Hälfte Schweizer und Ausländer. Auf den ersten Blick, JA die Zuwanderung ist schuld. Doch pro Jahr werden in der Gemeinde etwa 100 Personen eingebürgert. Wählen diese wirklich die "Einbürgerungsfeindliche" SVP? Gehen die "Papierlischweizer" überhaupt an die Urne und leisten so einen Beitrag zur Integration? Und mit Integration meine ich auch ein Vorbild sein, für die noch "Nicht Eingebürgerten." Hier vage ich ein NEIN zu behaupten. Festzustellen ist dies jeweils an der viermal jährlich stattfindende Gemeindeversammlung. Eingebürgerte, sofern man dies am Aussehen erkennen kann (und glaubt mir, man kann das), sieht man fast keine. Aus meiner Sicht wäre es begrüssenswert, es wären mehr. Vielleicht würde so, ein weiteren Stein für das gute Zusammenlegen zwischen Ausländer und Schweizer in Spreitenbach gelegt. Den Abstimmungsergebnissen zu Folge, kann dies nicht der Fall sein.

19. September 2012

Unterste Schublade

Viel wurde über das Burnout der bestgewählte Nationalrätin der Schweiz, Natalie Rickli (SVP), geschrieben.  Reaktionen darauf folgten in Form von Kommentare in den Onlineausgaben der Zeitungen. Es wurde getwittert was das Zeug hält. Hunderte Kommentare auf Facebook. Und - fast schon altmodisch - jede Menge Leserbriefe. Einer (siehe Foto) ist mir besonders aufgefallen. Und ich finde es beschämend, dass eine Zeitung wie die Aargauer Zeitung - die ich als Abonnement immer noch zu den seriöseren Zeitungen zähle - so eine völlig deplatzierte Meinung abdruckt.


Nachtrag vom 20.09.2012
Der verantwortliche Leserbriefredaktor hatr sich per E-Mail bei mir gmeldet und beadauert seinen Entscheid, diesen Lersebrief zum Druck freigegeben  zu haben.

Nicht nur Sie waren dieser Meinung, gestern haben wir ja unter dem gleichen Titel (Unterste Schublade) vier ähnliche Reaktionen veröffentlicht. Die Leviten gelesen haben mir vor allem zahlreiche Leser, die sich am Leserbrief ebenfalls gestört hatten. In der Tat ist es oft eine Gratwanderung zwischen Zensur und Meinungsfreiheit zu entscheiden. Hier wäre die Zensur besser angebracht gewesen. Freundliche Grüsse
Heinz Härdi

AZ Zeitungen AG
Produzent
az Aargauer Zeitung / Die Nordwestschweiz
Neumattstrasse 1
CH-5001 Aarau

16. September 2012

Ein Bier hat immer Platz

Eine Geschichte, die man bei einem Selbstmanagement-Kurs/Seminar immer wieder liest. Und trotzdem gefällt sie mir immer noch.

Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann nahm er ein großes leeres Mayonnaiseglas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu.

Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen und schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und lachten.
Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas. Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

"Nun", sagte der Professor zu seinen Studenten," Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie ihr Leben ist! 
Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Ihre Familie, Ihr Partner, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder - Dinge, die - wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben - ihr Leben immer noch erfüllen würden. Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge, wie z.B... Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto. Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben. Wenn Sie den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine. So ist es auch in Ihrem Leben:

Wenn Sie all ihre Energie für die kleinen Dinge in ihrem Leben aufwenden, haben Sie für die großen keine mehr. Achten Sie daher auf die wichtigen Dinge nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder oder Ihren Partner, achten sie auf Ihre Gesundheit.
Es wird noch genug Zeit geben für Arbeit, Haushalt, Partys usw. Achten Sie zuerst auf die großen Steine - sie sind es, die wirklich zählen... Der Rest ist nur Sand."

Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand - bei dem mittlerweile sogar der Professor zustimmte, dass es voll war - und schüttete ein Glas Bier hinein.
Das Bier füllte den noch verbliebenen Raum im Glas aus; dann war es wirklich voll.

Die Moral von der Geschichte ........ egal wie erfüllt Ihr Leben ist, es ist immer noch Platz für ein Bier.

18. Juli 2012

Lust auf...

Vervollständigen sie den Satz: "Lust auf..."
Geben sie es ruhig zu, sie haben an Sex gedacht nicht wahr? Man(n) Frau braucht sich nicht zu schämen dafür. Es ist völlig normal und darf/soll auch sein.
Lust ist vielseitig. Meinerseits zum Beispiel habe ich des öfteren grosee Lust auf eine Tafel Schokolade. Aber nur auf drei bestimmten Sorten, etwas anderes gibt es nicht. Ist welche im Haus, ist die 100g Tafel in weniger als 5 Minuten vertilgt.
Lust ist das neue Thema im Fotowettbewerb auf digitalliving. Das Thema ist bewusst breit gesetzt, um den verschiedensten Vorlieben und Kreativität grossen Spielraum zu gewähren. Aktfotos sind -Redaktion muss sie freischalten - auch erlaubt beziehungsweise erwünscht.

9. Juli 2012

Papa, erzähl mal!

Ab heute beginnt eine "Projektarbeit", die Jahre, noch viele Jahre dauern wird, bis sie abgeschlossen sein wird. Dieser Blogbeitrag wird bewusst, so in zirka 7 bis 10 Jahren, gelöscht werden. Der Projektabschluss soll mit einer Überraschung für meine Zwillingstöchter enden. Wann das sein wird, weiss ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau. Wahrscheinlich aber frühestens in 17 Jahren. Der Name des Projekts: Papa, erzähl mal! Das Erinnerungsalbum meines Lebens.

Es gibt Fragen zu beantworten wie:
- Papa, was wolltest du eigentlich werden, als du klein warst?
- Wie wurde damals Weihnachten gefeiert?
- Wer war in der Schule dein bester Freund?
Die Frage, wer deine erste Freundin war, darf natürlich nicht fehlen.
Weitere Fragen wie zum Beispiel:
- Was hast du mit deinem ersten selbst verdienten Geld getan?
- Und was würdest du ander machen, wenn du noch mal die Chance dazu bekämest?

Viele, weit über 200 interessante Fragen folgen. Ich werde versuchen alle zu beantworten und sie auch mittels Bilder, Zeichnungen zu hinterlegen.

Der Projektleiter und Projektcontroller
          der liebe Papa

1. Juni 2012

Das nenne ich Fair Play

Die folgende Szene ereignete sich in der norwegischen Fussball Liga im Spiel zwischen Lilleström SK und Brann Bergen beim Stande von 2:3. Wie es dazu kam, wird hier beschrieben.



Ob der Torhüter auch in die Abmachung seiner Mannschaftskollegen involviert war, bezweifle ich allerdings.
Für mich, hat dieses Beispiel den Fairplaypreis des Jahres verdient. Gibt es überhaupt so etwas bei der FIFA oder UEFA?

27. Mai 2012

Es braucht kein PowerPoint

Aus der Biografie über Steve Jobs
Als eines der ersten Dinge verbannte Jobs PowerPoint aus dem Produktprüfungsprozess. "Ich hasse es, wenn Leute mit Folienpräsentationen arbeiten, anstatt zu denken. Die Leute gingen ein Problem an, indem sie eine Präsentation erstellen. Ich wollte, dass sie sich engagierten, sich an den Tisch setzten und alles Haarklein diskutierten und mir nicht einen Stapel Folien zeigten. Leute, die wissen, wovon sie reden, brauchen PowerPoint nicht".
Wie recht er hat.

18. April 2012

Meine Bibliothek

Von "Die drei ???" (ca. 5 Exemplare) bis aktuell zu der Biografie über Steve Jobs. Ich mag mich noch erinnern, man musste mich - Ausnahme "Die drei ???" - eigentlich zwingen um Bücher zu lesen. Es war im letzten Schuljahr. Da mussten wir "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" von Christiane F lesen. Ich war schwer beeindruckt von dieser wahren und tragischen Lebensgeschichte.
Nun, so eine richtige Leseratte bin ich trotzdem nicht geworden. Manchmal liegt das Buch Tageweise, ja manchmal Wochen unberührt auf dem Nachttisch.
Hier eine Übersicht über meine persönliche Bibliothek.

Aktualisiert per 27.Dezember 2012




5. April 2012

Finden Sie das sexistisch

Was ist sexy, was ist sexistisch? Die Meinungen gehen auseinander
Entscheiden sie selbst, um auf die die im Titel gestellte Frage eine Antwort zu geben.
Hier eine Auswahl von Werbeplakaten.










Bei ein paar von diesen Plakaten stört sich die Aargauer SP-Nationalrätin Yvonne Feri so daran, dass sie beim Bundesrat eine Interpellation eingereicht hat, in der sie fragt, ob er sexistische Werbung auf Bundesebene zu verbieten gedenkt.
Gönnt doch den Männer- und Frauenaugen auch was. Es gibt weiss Gott andere Probleme in diesem Land.

22. März 2012

Rechte und Pflichten bei Facebook

Wie erfahren Facebook-Nutzer von Änderungen ihrer "Rechte und Pflichten"überhaupt?

A) Nur wer auf der "Facebook-Site Governance" den "Gefällt mir" Button anklickt, erfährt automatisch davon
B) Alle Facebook-Mitglieder werden per E-Mail über solche Änderungen informiert
C) Facebook informiert seine Nutzer auf deren Profilseite, wenn sie sich einloggen.

Nun, was ist richtig, A, B oder C? Wenn sie die richtige Antwort nicht wissen, müssen sie sich nicht schämen. Mark Zuckerberg's Facebook ändert die Rechte und Pflichten ja beinahe monatlich. Erst kürzlich ja wieder. Vielleicht, weil der Allmächtige jetzt auch via Facebook zu uns herabschaut. Wohl kaum. Der Datenschutz bei Facebook ist ja dauernd unter Beschuss. Eigentlich bin ich noch erstaunt darüber, dass unser Eidg. Datenschützer Hanspeter Thür nicht so aktiv wird, wie dazumal, als Google Streetview in der Schweiz aufgeschaltet hat.
Jetzt aber zurück zu ihrem Wissen über die "Rechte und Pflichten" bei Facebook. Hier können sie es mittels sieben gestellten Fragen testen.

6. März 2012

Mörder und Volltrottel

Rückblickend auf das Gerichtsurteil zum Fall Lucie hat die AargauerZeitung heute die Kolumne vom Schweizer Komiker Peach Weber publiziert.
Ach, wie spricht er mir aus dem Herzen. Bravo!


az-Kolumnist Peach Weber (Originaltext, Quelle AargauerZeitung vom 6. März 2012)


DAS IST JETZT eine verzwickte Sache: Da mussten Gutachter ent- scheiden, ob der Mörder von Lucie eventuell in 30 Jahren plötzlich the- rapierbar wird. Wer soll das mit grosser Sicherheit beurteilen kön- nen?
MÜSSEN WIR als Gesellschaft ei- gentlich für alles Verständnis auf- bringen? Können wir nicht auch ein- mal sagen: Das wollen und können wir nicht tolerieren, du bist einfach eine miese Kreatur. Wir müssen dau- ernd alles verstehen, suchen die tie- feren Gründe, die ja immer irgend- wo in der Kindheit oder im Umfeld liegen. Und dann sieht der Mörder plötzlich ganz menschlich aus und ist einfach eine arme Sau – getrieben von den Umständen, für die er nichts kann.
GIBT ES ÜBERHAUPT noch einen Richter, Gutachter oder Staatsan- walt, der lakonisch zum Schluss kommt: Der Täter ist einfach selber schuld. Aus, Amen, basta! Ich habe Menschen erlebt, die noch mit 60 Jahren alle Schuld für ihre Probleme auf ihre Kindheit, Eltern, Ex-Partner und überhaupt die böse Welt gescho- ben haben.
GUT, JEDER HAT DAS RECHT auf eine zweite Chance. Was aber, wenn er diese verwirkt? Hat er dann noch das Recht auf eine dritte, vierte? Und ist überhaupt irgendwann Schluss? Können Sie sich noch dunkel an das Massaker in Norwegen erinnern? Breivik? Was mich damals wütend machte: Da überschlugen sich die Medien im Betiteln des Täters: «Der blonde Killer», «Der Satan», «Das kal- te Monster». Da ist mir zu viel Res- pekt und Faszination dahinter. Mir fehlen da Worte wie «Arroganter Vollidiot», «Feiges Dreckschwein», «Hosenscheisser».
IST ES EINE HELDENTAT, ein Auto mit Dünger zu einer Bombe umzu- bauen, in ein Stadtviertel zu stellen und davonzurennen? Ist es eine be- sondere Leistung, auf einer Insel oh-
Peach Weber
Peach Weber ist seit 35 Jahren Komiker und ist noch bis Ende Jahr mit seinem 13. Programm,
«Mister Gaga», auf Tournee.

ne Fluchtmöglichkeit auf wehrlose Jugendliche zu schiessen? Selber ist man natürlich geschützt durch eine schusssichere Weste – man will ja nach der Tat der Weltpresse zur Ver- fügung stehen. Wahrlich, eine muti- ge Aktion. Darf da die Gesellschaft nicht auch einmal Klartext reden, ei- ne solch missratene Kreatur auch mal mit absoluter Ablehnung bestra- fen?
DAS FÄNGT DOCH SCHON im Klei- neren an. Da liefern sich zwei Typen ein Rennen mit 120 durchs Dorf. In der Zeitung steht dann nichts von Vollidioten oder primitiven Horn- ochsen, sondern von zwei Rasern. Hallo, das ist in deren Kreisen keine Beschimpfung, sondern eine Aus- zeichnung! Danach wird noch der debile Vater der zwei Typen auf Tele Züri zum Interview gebeten, wo er erklären darf, dass seine Söhne nie schnell fahren. Es musste wohl ein technischer Defekt sein (wohl eher gentechnisch).
WAS ICH MEINE, ist, dass mir per- sönlich in solchen Fällen immer dem Täter zu viel Respekt entgegen-
gebracht wird. Man will sofort Erklä- rungen finden für das Fehlverhalten. Darf die Gesellschaft nicht auch ein- mal sagen: Du bist einfach ein Voll- trottel und selber schuld. Punkt.
EIN GANZ ANDERES BEISPIEL: Da reisen zwei mit dem VW-Bus und der Luftmatratze auf dem Dach in ein weltbekanntes Krisengebiet und kommen sich extrem mutig vor, so- lange nix passiert. Sollte es dann zu einer Entführung kommen – Heidi und der Geisel-Peter in der Hand von Alp-Kaida – muss der ganze Bundes- rat alles stehen und liegen lassen, um mit den Taliban, dem «Blauen September» oder der «Schwarzen Front radikalmilitanter Fundamen- talvegetarier» zu verhandeln. Wenn man unbedingt dort hin muss, wo man unter keinen Umständen hin sollte, kann man ja auch ruhig den Urlaub noch ein bisschen verlän- gern, oder? Dürfte da der Bundesrat nicht auch mal sagen: Selber schuld, wir haben jetzt keine Zeit.
GIBT ES ÜBERHAUPT noch irgend- jemanden, der einfach selber schuld ist? Der hirnlose Bergsteiger etwa, der in Adiletten auf den Piz Palü kra- xelt, und daraufhin mehrere Famili- enväter ihr Leben riskieren müssen, um den Vollpfosten aus der Steil- wand zu fischen?
ABER ZURÜCK zum Fall Lucie: Das Gericht will sicher sein, dass man den Täter nicht ungerecht behandelt und nimmt in Kauf, dass noch ein weiterer, unschuldiger Mensch dran glauben muss. Wo sind dessen Rech- te? In dubio pro reo – im Zweifelsfall für den Angeklagten? Warum nicht: Im Zweifelsfall für das nächste Opfer? 

5. Januar 2012

And the Winner is...

Es gibt da einen Mann der gibt Gas. Immer wieder. Sein Name Walter Schmid, Energiepionier der ersten Stunde.
Schon früh - manchmal zu früh - hat er sich mit Umwelttechnik beschäftigt. In einer Zeit, wo die meisten Menschen sich überhaupt noch nicht mit Umwelttechnik beschäftigt haben, geschweige, schon je was davon gehört. Ausgenommen die Lehrerschaft mit den Schlaberhosen und Birkenstocksandalen.
In den 70er Jahren baute er Häuser mit Sonnenkollektoren, installiert Holzschnitzelheizungen und Wärmepumpen. Tiefwasserbohrungen folgten und im Jahre 1998 realisierte Schmid zusammen mit der Zürcher Energiefachstelle das erste Mehrfamilienhaus im Minergie-Standard.

Sein neustes Projekt ist die Umweltarena in meiner Wohngemeinde Spreitenbach, welche am 23. August 2012 eröffnet werden soll. Sie bietet 11'000 Quadratmeter Nutzfläche für Unternehmungen aus den Bereichen Energieversorgung, Bauen und Wohnen, Ernährung, Mobilität und Freizeit. Schon 80 Prozent der Fläche ist vermietet. Im weiteren dient die Umweltarena als Veranstaltungsort für Seminare, Kongresse und Events.

In diesem Blog gibt es noch weitere Artikel zur Umweltarena:
 - Weltweit erste Co2-neutrale Baustelle in der Schweiz
 - Axpo und Greenpeace. Hand in Hand

Heute Abend hat das Bundesamt für Energie zum sechsten Mal den Schweizer Energiepreis Watt d'Or verliehen.
Nebst den fünf Kategorien Gesellschaft, Energietechnologien, Gebäude und Raum, Abfallentsorgung und Energieverbrauch wurde zum vierten Mal einen Spezialpreis vergeben.
Und dieser ging verdientermassen an den Energiepioneer Walter Schmid. Herzliche Gratulation! Und dafür darf auch Spreitenbach stolz sein.


Bald - am 14. Januar 2012 - werden die SwissAwards vergeben. Walter Schmid wäre für mich ein Kandidat, den man den Titel "Schweizer des Jahre" verleihen kann/soll.

Auf der Seite vom Bundesamt für Energie gibt es die Sonderausgabe der Zeitschrift energeia gratis zu downloaden. Nebst den anderen Sieger in den anderen Kategorien auch eine Art Lebenslauf von Walter Schmid.